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Dienstag, 11. Juni 2019

Rot am See´er BDS-Teilnehmer tauchen in die Unterwelt Nürnbergs ein


Das Stadtbild Nürnbergs ist von mittelalterlicher Architektur wie den Festungsmauern und Türmen der Altstadt geprägt. Am Nordrand der Altstadt erhebt sich über den roten Ziegeldächern die Kaiserburg. Auf dem Hauptmarkt im Stadtzentrum befinden sich der teilweise vergoldete, mehrstufige Schöne Brunnen und die gotische Frauenkirche. Ein Spaziergang entlang der Pegnitz zeigt historische Plätze und Brücken.



Ein Highlight des diesjährigen Tagesausfluges des BDS Rot am See nach Nürnberg ist die Führung in den Historischen Felsengängen, einem öffentlich zugänglichen weit verzweigte Stollen- und Kellersystem unter der nördlichen Altstadt Nürnbergs.

Der Beginn der Führung ist an der Hausbrauerei Altstadthof. Der Rundgang führt durch einen Teil der Felsenkeller und endet mit einer anschließenden Besichtigung der Hausbrauerei Altstadthof und der anschließenden Einkehr zum Mittagessen. Zum Essen gibt es Rotbier, einer typischen Biersorte, die bis ins 18. Jahrhundert in Nürnberg vornehmlich gebraut und getrunken wurde oder ein hausgebrautes helles Lager-Bier.

Die Felsengänge wurden ab dem 14. Jahrhundert als ein über mehrere Stockwerke reichendes Gänge- und Kellersystem in den Sandstein geschlagen, das hauptsächlich für die Gärung und Lagerung von Bier genutzt wurde. Es entstand ein faszinierendes Labyrinth aus leuchtendem Bundsandstein. Außerdem wurden im Burgberg unterirdische Wassergewinnungsstollen angelegt.


Als eine Art Reinheitsgebot für Bier ist eine Verordnung der Stadt aus dem Beginn des 14. Jahrhunderts anzusehen. Darin wurde festgelegt, dass nur Gerstenmalz zum Bierbrauen verwendet werden darf – keine anderen Getreidesorten, denn diese sollten den Bäckern aufgespart bleiben, da Gerste zum Backen weniger geeignet war.

Jeder der Bier brauen und verkaufen wollte, musste einen eigenen Keller haben. Kühldome, die im Winter mit Eis aufgefüllt wurden, gewährleisteten die erwünschte Kühlung. Mit der Verbreitung der modernen Kühltechnik verloren die Felsengänge ihre ursprüngliche Bedeutung als kühle Lagerstätte.



Im Zweiten Weltkrieg waren die alten Bierkeller für die Bevölkerung überlebenswichtig.

Als Luftschutzbunker ausgebaut boten Sie Platz für Zehntausende von Menschen. Mit Stichgängen wurden die vorhandenen Keller verbunden und als Fluchtwege genutzt, falls oben Brände tobten oder Eingänge verschüttet waren.

Unmittelbar nach Kriegsbeginn wurden in einer alten Felsenkelleranlage einzigartige Bedingungen geschaffen, um die unwiederbringlichen weltbekannten Nürnberger Kunstwerke zu bewahren. Dadurch überstanden die wichtigsten Nürnberger Kunstschätze tief im Burgberg unbeschadet den Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs.

Ab dem 20. Jahrhundert bis 1976 wurden die Keller von der Lebensmittelfirma Harrer genutzt, die dort vor allem Salzgurken lagerte. Bekannt war die Firma auch durch ihren Ochsenmaulsalat.



Britische Bomber legten nach einer Reihe von Luftangriffen seit 1940 am 02. Januar 1945 die Nürnberger Altstadt in Schutt und Asche. 90 Prozent der Altstadt waren danach zerstört.

Nürnberg gehörte mit zu den am stärksten zerstörten deutschen Städten. Dank eines dreistufigen Alarmierungsrings konnten viele Bürger die Kellerbunker rechtzeitig erreichen. Dadurch blieben die Todesopferzahlen bei den Bombenangriffen unter denen anderer vergleichbar zerstörten Städte wie Dresden oder Köln.

Währen des Krieges wurden die Lüftungsschächte der Bierbrauer größtenteils verschlossen, damit dort keine Bomben hineinfallen konnten. Da dieses jahrhundertalte Belüftungssystem nach Kriegsende durch Öffnen der Schächte nicht reaktiviert wurde, gab es schwere Schäden an den Kellern. Der Sandstein wurde durch Sickerwasser überladen, da er mangels Luftzirkulation nicht mehr trocknen konnte.

Erst in den 60er Jahren wurden die Keller mit Bergbaumitteln, Stützen und Stahlträgern saniert. Da die heutigen Häuser viel schwerer als Fachwerkhäuser sind, sind die Keller an einigen Stellen bis auf die unterste Etage und ihrem festen Felsengrund mit Stahlbetonsäulen durchbaut.

Weitere Besichtigungspunkte sind die Fleischbrücke, die an der engsten Stelle Pegnitzdurchflusses in Nürnberg steht. Der Baumeister ließ sich bei seiner Konstruktion von der Ponte die Rialto über dem Canale Grande in Venedig inspirieren und konstruierte eine Einbogen-Brücke gründet auf 2000 Holzpfählen. Sie galt zu ihrer Zeit als technisch bedeutsamster Brückenbau Europas und hielt selbst den Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg stand.
Ihren Namen erhielt sie von an ihr liegenden Fleischbänken. Der "Ochs auf der Fleischbrück'n, der nie ein Kalb gewesen" ist ein volkstümliches Wahrzeichen Alt-Nürnbergs.



Der Henkersteg an der Stadtmauer überbrückt den Südlichen Pegnitzarm. Durch den Krieg stark beschädigt, wurde der Henkersteg im Jahr 1954 in seiner ursprünglichen Form wieder aufgebaut. Seinen Namen verdankt er der Tatsache, dass im Turm bei der Brücke vom 16. bis zum 19. Jahrhundert der Henker wohnte.



Mit seinen reichen Verzierungen, bestehend aus vielen allegorischen Figuren und Personen, ist die ca. 19 Meter hohe gotische Brunnen-Skulptur des Schönen Brunnens eine der größten Attraktionen in der Nürnberger Innenstadt.

Zwei drehbare Ringe sind im Gitter angebracht. Diesen werden anscheinend Wunderkräfte nachgesagt. Die Nürnberger glauben an "Ihren" Ring, allerdings glauben sie, dass der eiserne an der nord-östlichen Ecke der "echte" Ring ist, und die Touristen glauben, dass der goldene an der südwestlichen Ecke der Richtige ist.



Die Burg zu Nürnberg ist das das Wahrzeichen der Stadt und zählt zu den bedeutendsten Kaiserpfalzen des Mittelalters. Hier hielten sich zwischen 1050 und 1571 alle Kaiser und Könige des Heiligen Römischen Reichs auf. Nachdem Kaiser Karl IV. im Jahre 1356 bestimmte, dass der erste Reichstag jedes Kaisers in Nürnberg stattfinden sollte wurde die, auf einem Sandsteinrücken am Nordrand der historischen Altstadt erbaute Burg, Austragungsort zahlreicher Reichs- und Hoftage.



Für den schönen und informativen Ausflug ergeht ein besonderer Dank an den Organisator und Vorsitzenden Darius Kowalik und seiner Sabine.




















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